Exchange-Email auf dem nur selten benutzten Laptop

das scheint ein echtes Problem zu sein

Email-Problem mit dem Laptop: Ich wollte es so haben, daß es genauso mit Emails auf unserem Exchange Server umgeht wie das iPhone. Dort kann man nämlich auswählen, wie lange zurück man die Emails auf dem iPhone vorrätig hat. Das macht Synchronisationen schnell, was viel hilft, wenn man sich in Umgebungen befindet, in denen die Datenübertragungsrate gering ist.

Wenn man nun Outlook auf dem Laptop verwendet, dann kann man diesen Zeitraum zwar einstellen, aber das ist dann für das Gesamtsystem brutal. Wenn man dort zum Beispiel einstellt, daß nur diejenigen Nachrichten synchronisiert werden sollen, die jünger als zwei Wochen sind, dann werden sowohl auf dem Laptop als auch auf dem Server die älteren Nachrichten gelöscht oder archiviert. Das kann ich gar nicht brauchen, denn ich habe öfters Nachrichten im Posteingang, die älter als zwei Wochen sind. Gar nicht zu reden von den "Gesendet"- und "Bearbeitet"-Ordnern, die ich oft zum Suchen brauche.

Nur auf dem Laptop alleine kann man unter Outlook also keine Emails löschen, wobei diese auf dem Server erhalten bleiben. Also muß man unter Outlook immer sein gesamtes Postfach synchronisieren, was sehr lange dauert, besonders wenn man das Laptop nicht täglich benutzt.

Das einzige mir bekannte Programm unter Windows, bei dem man diesen Zeitraum einstellen kann, ist das Mozilla Firebird, allerdings verwendet es IMAP, das im Ruf steht, unsicher zu sein. Outlook verwendet dagegen MAPI, den nativen Zugang zu Exchange. Es verwendet angeblich hocheffiziente binäre Kommunikation.

Outlook auf dem Laptop könnte zwar auch IMAP, aber das macht angeblich keinen Sinn, weil es dann nur die Emails kann, aber nicht die Kontakte und die Termine. Es ist wohl ein Overkill. Da macht es mehr Sinn, ein kleines Programm zu verwenden, wobei Mozilla Firebird von den vielen IMAP-Email-Programmen das kleinste und kompakteste ist.

Den IMAP-Zugang muß man dann auf dem Exchange-Server einrichten. Das ist etwas Spezielles, denn das machen Administratoren nicht gerne, weil es angeblich ein Sicherheitsrisiko ist.Was aber angeblich auch nicht stimmt, denn man verwendet es nur zusammen mit SSL-Verschlüsselung, so daß die Datenübertragung an sich doch wieder sicher ist. Hier
http://forums.macrumors.com/archive/index.php/t-324675.html
ist eine hitzige Diskussion zwischen den verschiedenen Parteien nachzulesen.

Den  MAPI-Zugang kann man von außerhalb des Netzwerks simulieren, und zwar zum Beispiel per ActiveSync, wie es auf dem iPhone verwendet wird. Es verwendet http/https-Anfragen zum Updaten. Apple zahlt Microsoft eine Lizenzgebühr für ActiveSync. Wie es aussieht, gibt es derzeit kein Windows-Email-Programm, das ActiveSync verwendet. 

Hier ein Forum, in dem diskutiert wird, ob und wie man ActiveSync auf einem Apple-Laptop-Betriebssystem installieren kann

http://forums.techarena.in/networking-security/1439016.htm

Den Streit um MAPI, ActiveSync und IMAP finde ich müßig, fast schon religiös.

Irgendwie ist es trotz aller Verschlüsselung nämlich so, daß eine jede Email im Internet von anderen gelesen werden kann. Von daher ist es das Beste, wenn man Emails vor dem Versenden komplett mit PGP verschlüsselt. Das wird natürlich wieder ungern gemacht, weil es zusätzliche Mühe bereitet. Das bequemste wäre ein PGP-Server, der die Verschlüsselung doch wieder automatisiert, aber wer hat das schon?

 Im Internet findet man zuhauf Sicherheitsdiskussionen zu Email, z.B. hier
http://luxsci.com/blog/the-case-for-email-security.html
ist ein guter Überblick zusammengestellt.

Das einfachste wäre es beim momentanen Stand - wenn man schon gerne Outlook verwendet - daß Microsoft eine Einstellung ermöglicht, bei der man das Postfach auf dem lokalen Rechner als portabel definiert, bei dem nur ein beschränkter Zeitraum zurück an Emails synchronisiert wird, so daß man nur einen Ausschnitt sieht. Das sieht Microsoft aber nicht vor.

Es gibt auch kein solches Programm für Apple-Laptops, obwohl die auf ihren iPhones ja ActieSync vorsehen. Ob man bei dem Apple-Outlook nur einen Teil des Postfachs synchronisieren kann, ist mir nicht bekannt. Hier http://forums.macrumors.com/showthread.php?t=868367 habe ich einen Forumseintrag gefunden, der darauf hindeutet, daß bei Apple das Problem bekannt ist, und daß nach Lösungen gesucht wird.

Daneben gibt es noch OWA (Outlook Web Access, auch über http/https), das aber nur online verfügbar ist. Von daher langsam und nicht praktikabel, obwohl es eigentlich bequem ist.

Ich verwende dann lieber den Remote-Server zum Emails bearbeiten. Das ist eigentlich ein guter Kompromiss. Geht halt aber nur, wenn man online ist, also VPN ins heimische Netzwerk hat, was wieder in langsamen Umgebungen (Asien, Südamerika, ...) nicht gescheit funktioniert.

POP3 geht gar nicht, denn POP3 kennt keine Unterverzeichnisse und es kann Emails nicht umorganisieren, so diese entsprechend auf dem Server liegen.

Bis jetzt habe ich noch keine passende Lösung gefunden. So wie es jetzt ist, ist es jedenfalls unbefriedigend.

Aktualisierung: 2012/03/24 - 07:55
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